EVP, S&D und Renew Europe haben sich auf einen Kompromiss verständigt, der das faktische Verbrenner-Verbot 2035 durch eine CO2-Reduktion von 87,5% gegenüber 2021 ersetzt statt der von der Kommission vorgeschlagenen 90%. Ausschussabstimmungen sind für Oktober, eine Plenarabstimmung für Dezember 2026 vorgesehen.
Europa verzeichnete im September mit knapp 600.000 E-Autos ein Rekordplus von 39% gegenüber dem Vorjahr, während die Verkäufe in Nordamerika um 44% auf rund 130.000 einbrachen. Der Einbruch geht laut Analysten vor allem auf einen Vorzieheffekt vor dem Auslaufen der US-Steuergutschrift zurück.
Die Obrist Group und ihre Töchter Obrist Powertrain und Obrist Technologies sind mit rund 31,8 Mio. Euro Schulden insolvent. Das auf das Nachrüsten von E-Autos mit einem kleinen Range-Extender-Generator spezialisierte Unternehmen litt unter hohen Entwicklungskosten, gescheiterten Investorengesprächen und dem europäischen Trend zu reinen Batteriefahrzeugen.
Die TotalEnergies-Tochter Saft hat in Bordeaux neue Fertigungslinien für semi-feste und sulfidbasierte Festkörperzellen eröffnet, die bis zu 50% höhere Energiedichte als klassische Lithium-Ionen-Zellen bieten sollen. Zielmarkt ist zunächst vor allem die Luft- und Raumfahrt.
Changan und CATL erweitern ihr Gemeinschaftsunternehmen Times Changan um 25 GWh auf 75 GWh und kooperieren bei Festkörper- und Natrium-Ionen-Zellen. Changans „Golden-Bell“-Zellen sollen über 1.500 km Reichweite und ein Laden von 30 auf 80% in neun Minuten ermöglichen; Serienproduktion ist für 2027 geplant.
Yinwang, CATL und Contemporary Energy Services haben eine Partnerschaft vereinbart, die CATLs Choco-Wechselnetzwerk mit Huaweis Qiankun-Fahrsystem über Fahrzeuge, Stationen und Cloud verknüpft. Ziel ist der gemeinsame Ausbau von Batteriewechsel- und Energienachlade-Services.
Elevra Lithium liefert über drei Jahre 240.000 Tonnen Spodumen-Konzentrat aus seiner North American Lithium-Mine in Québec an LG Energy Solution, mit steigenden Basismengen von 30.000 Tonnen (2026) auf 90.000 Tonnen (2029) plus optionaler Zusatzmenge. Der Vertrag sichert einen verbindlichen Kunden bei fortbestehender Marktpreis-Exposition.
Weltweite Recycling-Kapazitäten für E-Auto-Batterien übersteigen inzwischen die Menge verfügbarer Altbatterien, da der langsamere EV-Hochlauf das Erreichen des Lebensendes verzögert und Altmaterial stark nach China abfließt. Der japanische Metallproduzent JX Advanced Metals, der Lithium, Nickel und Kobalt zurückgewinnt, leidet unter knappem Rohmaterial-Nachschub.
Das japanische Unternehmen Green Science Alliance hat gemeinsam mit dem Swiss Battery Technology Center ein Labor im Switzerland Innovation Park Biel/Bienne eröffnet, das direktes Recycling von Kathodenmaterial aus Schwarzmasse erforscht. Erste – bislang unabhängig unbestätigte – Ergebnisse zeigen über 90% der ursprünglichen Kapazität bei Zellen aus wiederverwertetem Material.
Die EU-Kommission hat 46 neue strategische Projekte in 16 Mitgliedstaaten ausgewählt, um die Versorgung mit Batterie-, Verteidigungs- und Magnetrohstoffen zu sichern. Zusammen mit den 2025 ausgewählten Projekten könnten damit die 2030-Benchmarks für Lithium, Nickel, Seltene Erden, Magnesium und Wolfram erreicht werden; bei der Kobaltverarbeitung wären es 89%.
Hersteller bzw. ihre Rücknahmesysteme müssen bis Ende 2027 eine Sammelquote von 63% für Gerätebatterien erreichen – nach 48,8% im Jahr 2023. Die Berechnung wechselt von einem Dreijahres-Durchschnitt inklusive Berichtsjahr zu einem Durchschnitt der drei Vorjahre, was durch die wachsende Nutzungsdauer von Lithium-Ionen-Akkus zusätzlich erschwert wird.
Die erste Fünfjahresüberprüfung der EU-Batterieverordnung, abgeschlossen am 11. September 2026, lässt alle Recyclingziele unverändert – darunter 80% Recyclingeffizienz für Bleibatterien bis Ende 2030 und 95% Bleirückgewinnung bis Ende 2031, was die Kommission nahe am technisch Machbaren einstuft.
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